Gemeinde Vellahn
Mit Wirkung ab 13.06.2004 haben sich die Gemeinden Banzin, Bennin, Camin, Kloddram, Melkof, Rodenwalde mit Vellahn zu einer großen Gemeinde zusammengeschlossen. Die bis dahin selbständigen Gemeinden sind nunmehr Ortsteile von Vellahn.
Ortsteil Banzin
Urkundlich erwähnt wird Banzin erstmalig im Jahre 1170 im Ratzeburger Zehntregister. Der Name Banzin kommt aus dem Slawischen Bansin. Ursprünglich wurde Banzin als sogenanntes „Sackplatzdorf“ angelegt. Im Jahre 1230 bestand der Ort aus 17 Hufen. Banzin gehörte, wie auch andere Dörfer, zum Kirchspiel Vellahn. Das Gut befand sich im Besitz der Lützow. Ab 1800 wechselte das Gut in den Besitz von Ernst August von Laffert. In der Jahren 1840 bis 1850 wurde das ehemalige Gutshaus („Schloß“) neu aufgebaut. Der Ortsteil Banzin ist geprägt durch die dörfliche, ländliche Bebauung.
Ortsteil Bennin
Die erstmalige Erwähnung des Ortes Bennin erfolgte im Jahre 1158. Damit ist Bennin die älteste Ansiedlung des ehemaligen Landkreises Hagenow. Die Siedlungsstruktur ist auch in Bennin typisch ländlich, jedoch in den drei Orten Bennin, Schildfeld und Tüschow, die zur ehemaligen Gemeinde Bennin gehörten, unterschiedlich. Von der Dorfform ist Bennin ein Angerdorf mit einem guten Bestand alter Niedersachsen- häuser. Auf dem Friedhof von Bennin steht die im Jahre 1403 von dem Bischof Johannes von Parkentin erbaute Kapelle. Von dem ehemaligen Gut Schilde ist lediglich die Oberförsterei Schildfeld und die Mühle geblieben. Südlich der Oberförsterei befindet sich eine kleine Wohnsiedlung. Tüschow wird geprägt durch ein klassizistisches Schloss sowie angrenzende landwirtschaftliche Gehöfte.
Ortsteil Camin
Camin wurde erstmalig 1194 erwähnt. Die Ländereien gehörten 1296 dem Kloster Zarrentin, 1556 dem Ritter Bernhard von Camin. Um etwa 1230 entstand die erste feste Felsenkirche, die bis 1852 gestanden hat. Die Kirche befand sich in der Mitte des kleinen kreisförmigen Friedhofs, der von 50 Linden umstanden war. Die Grundform ist noch heute zu erkennen. Der jetzige Kirchenbau, ein großer stattlicher, gotischer Neubau, wurde 1855 eingeweiht. Um 1911 erfolgte eine Friehofserweiterung in südlicher Richtung. Das Gut entstand im Bereich des Zusammenflusses von Schilde und Motel, wobei in dem landschaftlich schönen Bereich das Gutshaus mit dem Park entstand.
Ortsteil Kloddram
Urkundlich erwähnt wird Clodram erstmals 1230. Die Schreibweise des Ortes wechselte über die Jahrhunderte von Cloddrum, Cloddram zu Kloddram. Gegründet wurde der Ort von einem Lokrator namens „Friderikus“. Wald und Feld umschließen den Ort in einem ausgewogenen Verhältnis. Bis ins Jahr 1232 war Kloddram ein Rittergut, das oft seine Besitzer wechselte. Ein Detlef von Bülow wurde 1540 als erster genannt, letzter Besitzer und Eigentümer war Karl Bolten, von dem der Freistaat Mecklenburg - Schwerin die Forstflächen erwarb. Die restlichen Flächen gingen 1932 an die Siedlungsgesell-schaft „Deutsche Erde“ - Berlin zwecks Aufsiedlung und Verkauf der Flächen. Die Besiedlung des Gutes Kloddram wurde 1933 abgeschlossen. Es entstanden 45 Erbhöfe. Die Gemeinde Kloddram gehörte schon immer zum Kirchspiel Vellahn. Der Friedhof in Vellahn wird auch von Kloddram als letzte Ruhestätte genutzt.
Ortsteil Melkof
Urkundlich erwähnt wurde Melkof um 1230 als zugehörig zum Kirchspiel Vellahn. Zum Ort gehörten Kirche, Schule, Schmiede mit Krug, Dampfmolkerei, Dampf-Sägerei, Wind- und Wassermühle. Melkof besitzt siet 1870 eine eigene Kirche mit Pfarrei, die im klassizistischen Stil errichtet wurde. Sie ist für die Güter Melkof, Jesow und Langenheide zuständig. Besitzerin des Gutes war die Gräfin von Kanitz, geborene von der Decken. Wohnsitz war das neu erbaute, großartig angelegte Schloß. Das Gut blieb bis zur Enteignung im Besitz der Familie Kanitz. Aufgrund der Enteignungsmaßnahmen im Rahmen der Bodenreform wurde es in Volkseigentum überführt. Heute befindet sich das Schloß wieder in Privatbesitz.
Ortsteil Rodenwalde
Der älteste urkundlich nachweisbare Ortsteil der ehemaligen Gemeinde Rodenwalde ist Marsow. Bereits 1194 erscheint Ritter Werner von Marsow in einer Urkunde des Bischofs von Ratzeburg. Die Kirche, ein kleiner gotischer Feldsteinbau, dürfte nach 1340 entstanden sein und war stets Filialkirche des großen Kirchspiels Vellahn. Heute gehört die Kirche zum Kirchspiel Camin. Neben den Bauernhöfen gab es in Marsow auch ein Rittergut, das von den von Marsow im 14.Jahrhundert auf die Familie Züle und 1726 auf die von Lützows in Goldenbow überging, mit dem es dann 200Jahre lang eine Einheit bildete. Auf der Grenze zwischen Marsow und Goldenbow gab es seit 1670 den Meierhof „Neufeld“. Dieser wurde 1795 durch einen neuen großen Hof „Neuhof“ ersetzt. Da dieser Hof zum Teil durch Rodung von Waldflächen und Buschland mit Acker ausgestattet war, erfolgte 1799 die Umbenennung in Rodenwalde. Die ehemalige Gemeinde Rodenwalde bestand aus insgesamt vier Ortsteilen: Albertinenhof, Goldenbow, Marsow und Rodenwalde. Der Ortsteil Goldenbow hat in besonderer Weise den Charakter eines mecklenburgischen Dorfes bewahrt, da hier nur wenige moderne Wirtschaftsgebäude errichtet wurden.
Ortsteil Vellahn
In Vilan entstand um das Jahr 1170 eine romanische Feldsteinkirche. Die erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1194. Im Jahre 1230 gehörten zum Kirchspiel Velan 14 Dörfer. 1279 gehörte die Wassermühle von Vellahn dem Kloster Zarrentin, kam aber 1358 an die Grafen von Wittenburg. Um 1700 zählte Vellahn ungefähr 200 Einwohner und wuchs bis zur Volkszählung 1905 auf 644 Einwohner. 1907 gehörten zum Dorf eine Dreiklassenschule, Arzt, Apotheke, fünf Krüge und zahlreiche Kaufläden, Manufaktur- und Kolonialwarenhandel sowie „alle nötigen“ Handwerker.
Das Landambulatorium wurde 1955 fertiggestellt. Seit 1992 bis 2004 befand sich in diesem Gebäude die Amtsverwaltung Vellahn, die die Gemeinden Banzin, Bennin, Brahlstorf, Camin, Dersenow, Kloddram, Melkof, Rodenwalde und Vellahn verwaltete. Seit dem 1. August 2004 wird die zur Großgemeinde fusionierte Gemeinde Vellahn vom Amt Zarrentin verwaltet, welches in Vellahn eine Aussenstelle unterhält.