Pritzier
![]() |
||||
| Einwohner | 509 (31.12.2009) | |||
| Fläche | 19,26 km2 | |||
| Ortsteile | Pritzier, Schwechow | |||
| Gremien | ||||
| Satzungsrecht | ||||
Pritzier – bereits bei der Ersterwähnung als Kirchdorf genannt – und Schwechow gehörten ursprünglich zu großen Teilen dem Nonnenkloster Eldena, bis sich schon im 14. Jahrhundert die v. Lützows in beiden Orten niederließen. Die Schwechower Lützows mussten 1389 wegen räuberischer Überfälle auf hansische Warenzüge dem Rat zu Lübeck Urfehde schwören und schon drei Jahre später wurden die befestigten Höfe, Pritzier und Schwechow, bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den v. Lützows und dem lauenburgischen Herzog eingenommen und niedergebrannt.
Spätere Grundherren von Pritzier waren die v. Scharfenburg, die v. Peterswald, die v. Hövel und die v. Könemann. Mitte des 15. Jahrhunderts bestand dieses Dorf neben dem Hof des Grundherrn aus 29 Bauernstellen unterschiedlicher Größe. Aber noch vor Beginn des dreißigjährigen Krieges ging ein Drittel dieser bäuerlichen Stellen ein. 1770 waren nur noch zehn Halbhüfnerstellen übrig. Aber auch diese wurden sukzessiv bis 1835 gelegt, so dass ab jenem Jahr Pritzier ein reines Rittergut war. Die von der Gutsherrnschaft belassenen Bauern aus Pritzier, Gößlow und Goldenitz wurden nach Neuenrode abgebaut. Von Schwechow sind neben den v. Lützow die v. Blücher, die v. Tobing, die v. Laffert und die v. Schinkel aus Grundherren nachweisbar. Nach der Zerstörung durch die Lauenburger wuchs die Zahl der Bauernstellen bis ins 16. Jahrhundert auf 18 an, die jedoch alle bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelegt wurden. Die letzten drei Bauern wurden 1858 auf den Abbau Clausenheim umgesetzt. Sowohl Pritzier als auch Schwechow wurden 1657 bzw. 1745 in Allodialgüter und mit ihren Feldmarken von 1209 ha bzw. 834 ha Größe im Zuge der Bodenreform 1945 in Landesgüter umgewandelt.
Der Wappenentwurf greift die Historie und Gegenwart der Gemeinde auf. Die Geschichte wird symbolisiert durch eine Fibel. Die Fibel bilden unter den ab den Jahren 1938/39 bei umfangreichen Ausgrabungen geborgenen Grabbeigaben, des aus spätrömischer Kaiserzeit stammenden bedeutenden Urnenfriedhofes mit über 2.000 nachgewiesenen Bestattungen, die wichtigste Gruppe mit insgesamt 506 Funden.
„Im Grün eine schräg liegende silberne Armbrustfibel, begleitet beidseitig von je einer silbernen gold besamten Apfelblüte.“
Die Armbrustfibel ist typisch für die ur- und frühgeschichtlichen Funde auf der Feldmark Pritzier. Die Armbrustfibel ist eine besondere Art einer Fibel.
Das Wappen wurde entworfen vom Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch.
Mit Beschluss vom 20.02.2007 nahm die Gemeindevertretung diesen Wappenentwurf an.
Der Innenminister erteilte die Genehmigung zur Führung des Wappens am 24. April 2007 und der Landrat, Rolf Christiansen, überreichte den Wappenbrief im Rahmen eines Festaktes anlässlich des 60 jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr.
Wappenrolle des Landes Nr. 311

Gasthof Kirche

Gutshaus Schwechow Hofladen Schwechow
|
Geschichtliche Entwicklung Pritzier |
|
|
Die erste urkundliche Erwähnung Pritziers und Schwechows geht auf das Jahr 1230 zurück. Beide Orte werden als „Priscire“ bzw. „Zwechowe“ als zur „Ratzeburger Parochie“ gehörende menschliche Gemeinwesen genannt. Seit 1960 bilden Pritzier und Schwechow eine Gemeinde. |
|
