Picher

         
   
  Einwohner 696 (31.12.2009)  
  Fläche 39,08 km2  
  Ortsteile Picher, Jasnitz  
       
       
  Gremien    
       
  Satzungsrecht    
       
  Kontakt: Picher@amt-hagenow-land.de  

 

Die Gemeinde Picher besteht aus den beiden Ortsteilen Picher und Jasnitz.

Picher – 1291 als „Pychere" erstmals erwähnt – gehörte ursprünglich zur Grafschaft Dannenberg, kam aber schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts zur Grafschaft Schwerin.
Am Anfang des genannten Jahrhunderts sind Ludolf von Karlow und Detlef von Plöne mit Eigentum in Picher nachweisbar.
Aber schon 1303 wurden die Besitzungen des Detlef von Plöne vom Kloster Eldena gekauft. So blieb Picher bis zur Säkularisation des Klosters und der gleichzeitigen Übernahme in den landesherrlichen Grundbesitz im Jahre 1558 Kommuniondorf. Die schon aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche in Picher ist erstmals 1319 in den schriftlichen Quellen genannt.


Picher war mit 35 Hufen – darunter zwei Pfarrhufen – ein ungewöhnlich großes Dorf, in dem sich schon frühzeitig Handwerker anzusiedeln begannen. Überliefert ist sogar die Anlegung eines Schmelzofens zur Gewinnung von Silber aus dem bei Picher liegenden Flugsand im 18. Jahrhundert.

Der 1458 als „Yotzenisse" erstmals erwähnte Ortsteil Jasnitz dagegen erlangte Bedeutung durch die aufgrund der sehr hohen Wilddichte hier intensiv ausgeübten Jagd. Jasnitz ist einer der ältesten, größten und bedeutendsten Forstbezirke des Landes.
Schon 1850 wurde ein Saugarten angelegt, der später um über 4400 ha Forstgebiet vergrößert und 1873 zu einem zum großherzoglichen Haushalt gehörenden Wildgarten erweitert wurde, in dem die persönliche Jagdausübung dem Landesherrn zustand. Dazu diente auch ein angelegter Forsthof mit fünf Parkwärtern.
Die wirtschaftlichen Grundlagen der beiden Ortsteile wurden auch im Wappenentwurf der Gemeinde Picher symbolisiert: Die Damhirschschaufel steht für den von der Jagdausübung beherrschten Ortsteil Jasnitz, die Ähre und der Hammer für den durch landwirtschaftliche und handwerkliche Erwerbszweige bestimmten namengebenden Ortsteil Picher.

In Grün unter überhöhter silberner Damhirschschaufel fächerförmig eine schräggestellte silberne Ähre und ein schräglinks gestellter silberner Hammer.
Der Entwurf wurde von Herrn Karl-Heinz Steinbruch, Schwerin, gemeinsam mit den Gemeindevertretern von Picher erarbeitet.

Das Wappen wurde anlässlich einer Festveranstaltung am 28. März 2003 durch den Landrat Herrn Rolf Christiansen an den Bürgermeister Herrn Detlef Christ übergeben.

Wappenrolle des Landes Nr. 270

 

   

Gemeindehaus mit Feuerwehr                                Schule

 

   

Kirche                                                                      Forstamt Jasnitz

 

Geschichtliche Entwicklung Picher 

Urkundliche Ersterwähnung des Ortes Picher war im Jahre 1291 in einem Brief des Bischofs von Ratzeburg. Der Ort entwickelte sich aus einer slawischen Ansiedlung, die ein Runddorf war.
Auch der Name könnte slawischen Ursprungs sein ("phati" oder "pihali" - Holzeinschlagen, "Pychere" oder " Pech" - Rückstand bei der Teergewinnung). Eine besondere Sehenswürdigkeit in Picher ist die im gotischen Stil erbaute und 1880 eingeweihte Kirche.
Der erste massive Kirchenbau war bereits im 13. Jahrhundert entstanden. Es folgten Umbauten und Anbauten, 1875 wurde die Kirche abgerissen und es erfolgte der Neubau. Von der Ersterwähnung bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte Picher den verschiedensten Landadligen, ab 1303 war es ein Kommunionsdorf, das vom KlosterEldena verwaltet wurde. Im Zuge der Reformation gelang 1558 die Loslösung des Ortes vom Kloster. Picher wurde zum Domanium (Staatsbesitz) erklärt und fiel damit wieder in die Hände feudaler Herren. Der überwiegend vorherrschende Sandboden ließ keine hohen Ernteerträge zu, daher hatten die Dörfer der Gegend, so auch Picher, wenige Einwohner aufzuweisen. Drei große Brände (1. 1673, 2. 1759, 3. 1932) zerstörten jedesmal große Teile des Dorfes. War bis zum 19. Jahrhundert das Dorf durch den bäuerlichen Fleiß geprägt worden, so blühte nun der Unternehmergeist auf. Folgende Betriebe und Einrichtungen existierten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Picher: 29 Erbpachthöfe, 41 Büdnereien, 42 Häuslereien, 2 Schulgebäude, 1 Forsthof, 3 Schmieden, 2 Krüge, 2 Schankwirte, 2 Windmühlen, 1 Sägerei, 2 Tischlereien, 2 Stellmachereien, 1 Sattlerei, 2 Schuster, 2 Tankstellen, 4 bis 7 Kaufleute und eine Genossenschafts-Dampf-Molkerei.