Dömitz
Im Südwesten des Landes Mecklenburg liegt, unmittelbar an der Elbe, die fast 800 Jahre alte Festungsstadt Dömitz. Dömitz ist eine einladende Kleinstadt an der Elbe. Die Schifffahrt auf der Elbe und die Lage als Grenzort in einem Dreiländereck von Niedersachen, Brandenburg und Mecklenburg prägten die Stadt.

Das Bild des historischen Stadtkerns bilden noch heute viele Fachwerkgebäude aus dem 19.Jahrhundert. Das historische Rathaus, ebenfalls ein Fachwerkbau, entstand im Jahre 1819.
Die evangelische Johanneskirche in der Stadt ist ein neugotisches Bauwerk und wurde im Jahr 1873 fertiggestellt. Die Kirche und der darum liegende Slüterplatz, benannt nach dem Reformator Joachim Slüter, bilden zusammen mit den angrenzenden Geschäftshäusern das Altstadtzentrum. Die Kirche der katholischen Gemeinde ist ein neues Bauwerk des 21.Jahrhunderts.
Das älteste und prägendste Bauwerk der Stadt ist die noch heute sehr gut erhaltene pentagonale Festungsanlage. Es ist der einzig vollständig erhaltene Festungsbau der Renaissance in Norddeutschland. Die Festung wurde in den Jahren 1559-1565 errichtet und war lange Zeit ein starker militärischer Punkt zur Sicherung der mecklenburgischen Landesgrenze und zum Schutz des Elbübergangs.
Der bedeutende plattdeutsche Dichter, Fritz Reuter, verbrachte hier das letzte Jahr seiner "Festungstid" (1839-1840).
Fritz Reuters niederdeutsche Literatur hat wohl am meisten dazu beigetragen, dass die Stadt weit über Mecklenburgs Grenzen hinaus bekannt geworden ist.
Seit 1895 unterliegt die Festung der zivilen Nutzung.
1953 entstand im ehemaligen Kommandantenhaus ein Museum zur Stadt- und Festungsgeschichte und auch auf dem Festungsgelände und in den Kassematten kann man viel Geschichtliches entdecken oder dazu lernen.
Die 1958 eingerichtete Fritz-Reuter-Gedenkhalle wird heute für Trauungen durch das Standesamt genutzt.
Die Festung ist ein interessantes Ausflugsziel und zieht alljährlich mehrere tausend Besucher an.
Die alten Dömitzer Elbbrücken waren nach ihrer Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges viele Jahre Mahnmal für die Zerstörungen und die deutsche Teilung. Durch die innerdeutsche Teilung war die Stadt von 1961-1973 nicht, oder nur mit einem Passierschein, zu erreichen.
Am 18.12.1992 wurde die neue Elbestraßenbrücke für den Autoverkehr und Fahrräder freigegeben und ist seitdem Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands.
Dömitz bietet viele für den Tourismus reizvolle Möglichkeiten wie Wandern, Radfahren oder die guten Bedingungen für den Wassersport. Fahrgastschiffe verkehren auf der Elbe und auf der Müritz-Elde Wasserstraße.

Dömitz zeigt sich dem Besucher heute mit einer freundlichen, einladenden Kleinstadtatmosphäre.

Dömitz erhielt mit der Gemeindefusion am 13.06.2004 drei neue Ortsteile hinzu.
Der Ortsteil Heidhof liegt 4 km nördlich von Dömitz, im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal mit dem angrenzenden Biosphärenreservat.
Auf dem Gelände eines früheren Gutes und späteren Gärtnerei befindet sich hier seit einigen Jahren die Berufsbildungsstätte "START" GmbH. Das an Stelle des Gutshauses neu errichtete Gebäude kann heute auch für Seminare, Feierlichkeiten oder ähnliches mit Übernachtungen genutzt werden.

Der Ortsteil Polz liegt auf dem Ausläufer der Binnenwanderdüne, umgeben von Wiesen, Wäldern und Feldern an der Löcknitz. Vor allem als Reiter, Wanderer oder Radfahrer können Sie hier herrliche Touren unternehmen und dabei die Natur pur bewundern.
Der SV "Blau-Weiß" Polz, der seit 1948 existiert, trainiert und spielt in einem modernen Waldstadion. Eine Kegelbahn steht hier ebenfalls den Sportlern und Besuchern zur Verfügung.

Die Elbe bildet mit 98 Stromkilometern die Grenze zwischen Schnackenburg und Lauenburg.
1967 wurde das Elbdorf Rüterberg-Broda mit einem zusätzlichen zweiten Grenzzaun versehen. Heute finden wir hier den Ortsteil Rüterberg. 1991 erhielt die ehemalige Gemeinde vom Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern das Recht verliehen, künftig die Bezeichnung "Rüterberg Dorfrepublik 1967-1989" führen zu dürfen.
Das eiserne Tor, versehen mit einem Gedenkstein, einer Informationstafel und ständiger internationaler Beflaggung erinnert an die Zeit der Teilung. Die Bürger zwischen den Zäunen wollten mit dem Begriff "Dorfrepublik" auf sich aufmerksam machen, wollten zeigen wo und wie sie leben.
Rüterberg ist inzwischen über die kleine Dorfrepublik von einst hinausgewachsen, hat viele neue Wohnhäuser und Straßen bekommen und ist für Bürger aus der ganzen Welt zu einem geschichtlichen Anziehungspunkt geworden.
